Edelsteinlexikon

Schungit

Eigenschaften, Herkunft, Entstehung & Pflege

Schungit ist ein natürliches, kohlenstoffreiches Gestein, das vor allem aus der russischen Republik Karelien bekannt ist. Charakteristisch sind seine schwarze bis dunkelgraue Farbe sowie die je nach Qualität matte bis metallisch glänzende Oberfläche. Schungit kommt in unterschiedlichen kohlenstoffreichen Varietäten vor und wird sowohl als Rohstein als auch in polierter Form verarbeitet. Bekannt sind unter anderem Kugeln, Pyramiden, Schmuckstücke und dekorative Objekte. Erfahren Sie mehr über die Entstehung, Herkunft, Eigenschaften, Geschichte, Verwendung und Pflege von Schungit.

Schungit
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Steckbrief

Schungit

Schungit
◇
Mineral
kohlenstoffreiches Gestein
✣
Formel
keine einheitliche Formel
△
Mineralklasse
kohlenstoffreiches Gestein
✣
Kristallsystem
kein einheitliches Kristallsystem
△
Mohshärte
ca. 3,5–4
●
Farbe
Schwarz bis dunkelgrau
✧
Glanz
matt bis metallisch glänzend
◇
Transparenz
undurchsichtig
Entstehung von Schungit

Entstehung des Schungit

Schungit ist ein sehr altes kohlenstoffreiches Gestein, dessen bedeutendste Lagerstätten in Karelien im Nordwesten Russlands liegen. Die dortigen Schungitgesteine entstanden vor rund zwei Milliarden Jahren und wurden im Laufe ihrer geologischen Geschichte durch Druck, Temperatur und weitere Prozesse verändert. Der enthaltene Kohlenstoff tritt in einer komplexen Gesteinsmatrix zusammen mit verschiedenen mineralischen Bestandteilen auf. Je nach Lagerstätte und Zusammensetzung unterscheiden sich Kohlenstoffgehalt, Struktur, Glanz und Erscheinungsbild des Schungits deutlich.

Verwendung von Schungit
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Verwendung

Schungit wird als Rohstein sowie in zahlreichen geschliffenen und polierten Formen angeboten. Aus dem schwarzen Gestein entstehen unter anderem Kugeln, Pyramiden, Trommelsteine, Anhänger, Armbänder, Ketten, Platten und dekorative Objekte. Auch unterschiedliche Wellnessprodukte werden aus Schungit hergestellt. Besonders kohlenstoffreiche Stücke, die häufig als Edelschungit bezeichnet werden, werden wegen ihres metallischen Glanzes und ihrer markanten Struktur auch als Sammler- und Schmucksteine verwendet.

Geschichte von Schungit
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Geschichte

Schungit ist eng mit der Geschichte Kareliens verbunden. Seinen Namen erhielt das Gestein nach dem Ort Shunga am Onegasee. Die karelischen Vorkommen sind seit Jahrhunderten bekannt. Historische Berichte beschreiben unter anderem die Verwendung schungithaltiger Gesteine im Zusammenhang mit Wasser. Im 18. Jahrhundert ließ Peter der Große in Karelien eine Bade- und Kuranlage errichten, wodurch die Region zusätzliche Bekanntheit erhielt. Wissenschaftlich wurde Schungit später insbesondere wegen seines ungewöhnlich hohen Kohlenstoffgehalts und seiner komplexen Zusammensetzung untersucht.

Pflege von Schungit
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Pflege

Polierte Schungitprodukte können mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch gereinigt werden. Bei stärkerer Verschmutzung ist eine vorsichtige Reinigung mit lauwarmem Wasser möglich. Anschließend sollte das Stück gut abgetrocknet werden. Aggressive Reinigungsmittel, Säuren und scheuernde Materialien sollten vermieden werden. Da Schungit deutlich weicher als beispielsweise Quarz ist, können polierte Oberflächen durch harte Gegenstände zerkratzt werden. Schmuck sollte deshalb möglichst getrennt von härteren Edelsteinen aufbewahrt werden.

Besonderheiten von Schungit
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Besonderheiten

Eine Besonderheit von Schungit ist sein hoher und je nach Varietät stark unterschiedlicher Kohlenstoffgehalt. Neben kohlenstoffärmeren Schungitgesteinen gibt es besonders kohlenstoffreiche Varianten mit auffälligem silbrig-metallischem Glanz, die im Handel häufig als Edelschungit bezeichnet werden. Schungit ist kein einzelnes Mineral, sondern ein komplex zusammengesetztes Gestein. Wissenschaftliches Interesse erhielt das Material außerdem durch Untersuchungen seiner Kohlenstoffstrukturen. Aussagen über außergewöhnliche gesundheitliche oder „energetische“ Wirkungen, die Schungit teilweise zugeschrieben werden, sind davon zu unterscheiden und sollten nicht als wissenschaftlich belegte Eigenschaften dargestellt werden.

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Häufige Fragen zu Schungit

Was ist Schungit? +

Schungit ist ein natürliches, kohlenstoffreiches Gestein. Es besteht nicht aus einem einzigen Mineral, sondern aus Kohlenstoff und verschiedenen mineralischen Bestandteilen. Besonders bekannte Vorkommen befinden sich in Karelien im Nordwesten Russlands.

Woher kommt Schungit? +

Der klassische Schungit ist vor allem aus der russischen Republik Karelien bekannt. Namensgebend ist der Ort Shunga in der Nähe des Onegasees. In dieser Region befinden sich bedeutende Schungitlagerstätten.

Was ist der Unterschied zwischen Schungit und Edelschungit? +

Als Edelschungit werden im Handel besonders kohlenstoffreiche Schungitstücke bezeichnet. Sie besitzen häufig einen silbrig-metallischen Glanz und unterscheiden sich optisch deutlich von gewöhnlichem schwarzem Schungitgestein. Die Bezeichnung beschreibt eine besondere Handels- beziehungsweise Qualitätsvariante und keine eigenständige Mineralart.

Wie reinigt man Schungit? +

Schungit kann vorsichtig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch gereinigt werden. Bei Bedarf kann lauwarmes Wasser verwendet werden. Aggressive Reiniger und scheuernde Materialien sollten vermieden werden, da die Oberfläche vergleichsweise empfindlich gegenüber Kratzern sein kann.

Ist Schungit ein Edelstein oder ein Mineral? +

Mineralogisch ist Schungit kein einzelnes Mineral mit einer festen chemischen Zusammensetzung. Es handelt sich um ein kohlenstoffreiches Gestein aus verschiedenen Bestandteilen. Im Schmuck- und Mineralienhandel wird Schungit dennoch häufig gemeinsam mit Edel- und Schmucksteinen angeboten.